Persönliches Risiko
Alter, Prostatakrebs in der Familie und bestimmte genetische Veränderungen können das Erkrankungsrisiko erhöhen.

Männergesundheit · Früherkennung · Behandlung
Informiert entscheiden
Regelmäßige urologische Untersuchungen können Krankheiten früh erkennen und Beschwerden gezielt abklären. Welche Untersuchungen sinnvoll sind, richtet sich nach Alter, persönlichem Risiko, familiärer Vorbelastung und Ihren Wünschen. Wir erläutern Nutzen und mögliche Nachteile, bevor Sie sich entscheiden.
Alter, Prostatakrebs in der Familie und bestimmte genetische Veränderungen können das Erkrankungsrisiko erhöhen.
Gespräch, körperliche Untersuchung, PSA-Wert, Urin- und Ultraschalluntersuchung werden passend zur Fragestellung eingesetzt.
Gutartige Beschwerden und Prostatakrebs erfordern unterschiedliche Therapien. Der Befund und Ihre persönliche Situation bestimmen das Vorgehen.
Am Anfang stehen ein ausführliches Gespräch und die Einschätzung Ihrer Risikofaktoren. Wir fragen nach Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamenten und Prostata- oder anderen Krebserkrankungen in der Familie. Je nach Situation folgen körperliche Untersuchung, Urin- und Blutuntersuchungen sowie Ultraschall von Nieren, Harnblase, Prostata oder Hoden.
Für gesetzlich versicherte Männer gehört ab 45 Jahren weiterhin eine jährliche Krebsfrüherkennungsuntersuchung zum Leistungsangebot. Der PSA-Test ist bei beschwerdefreien Männern derzeit in der Regel keine Leistung des gesetzlichen Früherkennungsprogramms. Er kann nach ärztlicher Beratung als individuelle Gesundheitsleistung durchgeführt werden. Besteht ein konkreter Krankheitsverdacht, gelten andere Regeln für die Kostenübernahme.
Aktuelle Empfehlung: Die medizinische S3-Leitlinie empfiehlt Männern ab 45 Jahren mit einer Lebenserwartung von mindestens zehn Jahren, die eine Früherkennung wünschen, nach ergebnisoffener Beratung eine PSA-basierte Früherkennung. Die Tastuntersuchung allein soll nicht zur Früherkennung von Prostatakrebs eingesetzt werden.
PSA ist ein Eiweiß, das fast ausschließlich in der Prostata gebildet wird. Ein erhöhter Wert bedeutet nicht automatisch Krebs. Auch eine gutartige Prostatavergrößerung, eine Entzündung und weitere Einflüsse können den Wert erhöhen. Deshalb beurteilen wir nicht nur einen einzelnen Messwert, sondern auch Alter, Prostatagröße, Risikofaktoren und den Verlauf.
Die aktuelle Leitlinie sieht eine risikoadaptierte Kontrolle vor. Bei einem niedrigen Ausgangswert können längere Abstände ausreichen. Einen erhöhten PSA-Wert kontrollieren wir unter Berücksichtigung möglicher Einflussfaktoren. Bestätigt sich ein Wert ab 3 ng/ml und besteht ein entsprechendes Risiko, folgt eine urologische Abklärung, in der Regel einschließlich einer MRT der Prostata.
Eine Gewebeprobe ist nicht automatisch der nächste Schritt. Die Entscheidung richtet sich nach MRT-Befund, PSA-Dichte, Alter, familiärem Risiko und weiteren Befunden.
Mit zunehmendem Alter kann die Prostata wachsen und die Harnröhre einengen. Typische Beschwerden sind ein schwächerer Harnstrahl, verzögerter Beginn des Wasserlassens, Restharngefühl, häufiger Harndrang und nächtliche Toilettengänge.
Zur Abklärung können Urinuntersuchung, Ultraschall, Restharnmessung, Harnstrahlmessung und gegebenenfalls weitere Untersuchungen sinnvoll sein. Die Behandlung reicht von kontrolliertem Abwarten über Medikamente bis zu endoskopischen Verfahren. Wir wählen die Therapie nach Beschwerdestärke, Prostatagröße und Begleiterkrankungen.
Dringend abklären: Wenn Sie plötzlich keinen Urin mehr lassen können, Fieber mit Schmerzen beim Wasserlassen entwickeln oder sichtbares Blut im Urin bemerken, benötigen Sie rasch medizinische Hilfe.
Prostatakrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Männern. Im frühen Stadium verursacht er meist keine typischen Beschwerden. Viele Tumoren wachsen langsam, andere verlaufen aggressiver. Eine auffällige Früherkennungsuntersuchung ist deshalb noch keine Diagnose.
Die passende Behandlung hängt von Tumorstadium, Aggressivität, PSA-Wert, Alter, Begleiterkrankungen und Ihren persönlichen Prioritäten ab. Eine überlegte Entscheidung ist in vielen Fällen möglich und sinnvoll.
Wir besprechen die Befunde verständlich mit Ihnen und beziehen bei Bedarf weitere Fachdisziplinen oder eine Zweitmeinung ein.
Wir beraten Sie persönlich und stellen die Untersuchungen passend zu Ihrem Risiko und Ihren Beschwerden zusammen.