Reizblase und Drang
Plötzlicher, schwer unterdrückbarer Harndrang, häufiges Wasserlassen und nächtliche Toilettengänge, mit oder ohne Urinverlust.

Frauengesundheit · Blase · Beckenboden
Beschwerden verstehen und gezielt behandeln
Häufiger oder plötzlich starker Harndrang und ungewollter Urinverlust können unterschiedliche Ursachen haben. Viele Beschwerden lassen sich wirksam behandeln. Entscheidend ist zunächst, die Form der Inkontinenz und mögliche Begleiterkrankungen zu erkennen.
Plötzlicher, schwer unterdrückbarer Harndrang, häufiges Wasserlassen und nächtliche Toilettengänge, mit oder ohne Urinverlust.
Urinverlust beim Husten, Niesen, Lachen, Sport oder Heben durch eine unzureichende Verschlussfunktion.
Beschwerden einer Belastungs- und Dranginkontinenz treten gemeinsam auf. Die Therapie richtet sich nach der jeweils führenden Belastung.
Die überaktive Blase, häufig Reizblase genannt, zeigt sich durch plötzlich auftretenden, schwer zu unterdrückenden Harndrang. Oft kommen häufiges Wasserlassen und nächtliche Toilettengänge hinzu. Tritt dabei ungewollter Urinverlust auf, spricht man von einer Dranginkontinenz.
Vor der Diagnose müssen ein Harnwegsinfekt und andere erkennbare Ursachen ausgeschlossen werden. Auch ein Östrogenmangel nach den Wechseljahren, neurologische Erkrankungen, Medikamente oder Veränderungen der Harnwege können Beschwerden begünstigen.
Wir beginnen mit einem ausführlichen Gespräch zu Art, Häufigkeit und Auslösern der Beschwerden. Wichtig sind auch Geburten, frühere Operationen, Medikamente, Begleiterkrankungen und die Auswirkungen auf Ihren Alltag.
Erweiterte Diagnostik: Eine urodynamische Messung oder Blasenspiegelung ist nicht bei jeder unkomplizierten Reizblase notwendig. Sie kommt bei unklaren Befunden, bestimmten Risikofaktoren, vor Operationen oder bei erfolgloser Vorbehandlung gezielt zum Einsatz.
Ein strukturiertes, möglichst angeleitetes Beckenbodentraining ist häufig die erste Behandlung. Auch Gewichtsreduktion bei Übergewicht und die Behandlung von chronischem Husten können sinnvoll sein. Ergänzende Verfahren werden individuell ausgewählt.
Wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichend helfen und die Beschwerden stark belasten, können operative Verfahren wie ein spannungsfreies Band unter der Harnröhre erwogen werden. Vor einer Operation besprechen wir Nutzen, Alternativen und mögliche Risiken ausführlich.
Bitte melden Sie sich zeitnah bei sichtbarem Blut im Urin, Fieber, Schmerzen, wiederkehrenden Harnwegsinfekten, neu aufgetretenen neurologischen Beschwerden oder wenn Sie die Blase nicht mehr entleeren können.
Wir bestimmen die Form der Inkontinenz und erstellen einen individuellen Behandlungsplan.