Urologische Praxisklinik Ninos Ayo · Geseke & Brilon
Schematische Frau mit Blasensymbol und Tropfenverlust

Frauengesundheit · Blase · Beckenboden

Reizblase & Harninkontinenz

Beschwerden verstehen und gezielt behandeln

Eine genaue Diagnose bestimmt die Therapie

Häufiger oder plötzlich starker Harndrang und ungewollter Urinverlust können unterschiedliche Ursachen haben. Viele Beschwerden lassen sich wirksam behandeln. Entscheidend ist zunächst, die Form der Inkontinenz und mögliche Begleiterkrankungen zu erkennen.

Reizblase und Drang

Plötzlicher, schwer unterdrückbarer Harndrang, häufiges Wasserlassen und nächtliche Toilettengänge, mit oder ohne Urinverlust.

Belastungsinkontinenz

Urinverlust beim Husten, Niesen, Lachen, Sport oder Heben durch eine unzureichende Verschlussfunktion.

Mischinkontinenz

Beschwerden einer Belastungs- und Dranginkontinenz treten gemeinsam auf. Die Therapie richtet sich nach der jeweils führenden Belastung.

Was ist eine Reizblase?

Die überaktive Blase, häufig Reizblase genannt, zeigt sich durch plötzlich auftretenden, schwer zu unterdrückenden Harndrang. Oft kommen häufiges Wasserlassen und nächtliche Toilettengänge hinzu. Tritt dabei ungewollter Urinverlust auf, spricht man von einer Dranginkontinenz.

Vor der Diagnose müssen ein Harnwegsinfekt und andere erkennbare Ursachen ausgeschlossen werden. Auch ein Östrogenmangel nach den Wechseljahren, neurologische Erkrankungen, Medikamente oder Veränderungen der Harnwege können Beschwerden begünstigen.

Unsere Inkontinenzdiagnostik

Wir beginnen mit einem ausführlichen Gespräch zu Art, Häufigkeit und Auslösern der Beschwerden. Wichtig sind auch Geburten, frühere Operationen, Medikamente, Begleiterkrankungen und die Auswirkungen auf Ihren Alltag.

Typische Untersuchungen

  • Blasen- und Trinkprotokoll: Über mindestens drei Tage werden Trinkmenge, Toilettengänge, Urinmenge, Harndrang und Urinverlust dokumentiert.
  • Urinuntersuchung: Sie hilft, Infektionen, Blut oder andere Auffälligkeiten zu erkennen.
  • Körperliche Untersuchung: Beckenboden, Schleimhäute, Senkungsbefunde und mögliche Belastungsinkontinenz werden gezielt beurteilt.
  • Ultraschall und Restharnmessung: Nach dem Wasserlassen prüfen wir, ob die Blase ausreichend entleert ist.
  • Harnstrahlmessung: Die Uroflowmetrie erfasst Stärke und Verlauf des Harnstrahls.
  • Pad-Test: Bei ausgewählten Fragestellungen lässt sich die Menge des Urinverlusts objektivieren.

Erweiterte Diagnostik: Eine urodynamische Messung oder Blasenspiegelung ist nicht bei jeder unkomplizierten Reizblase notwendig. Sie kommt bei unklaren Befunden, bestimmten Risikofaktoren, vor Operationen oder bei erfolgloser Vorbehandlung gezielt zum Einsatz.

Behandlung der Reizblase und Dranginkontinenz

  • Blasentraining: Schrittweise verlängerte Toilettenabstände können helfen, die Kontrolle über den Harndrang zu verbessern.
  • Beckenbodentraining: Richtig angeleitete Übungen können den Harndrang besser unterdrücken und den Verschluss unterstützen.
  • Begleiterkrankungen behandeln: Harnwegsinfekte, Verstopfung, Schlafstörungen oder andere beeinflussende Faktoren werden berücksichtigt.
  • Medikamente: Anticholinerge Medikamente oder Beta-3-Agonisten können die Blase beruhigen. Auswahl und Kontrollen richten sich nach Wirkung, Nebenwirkungen und Vorerkrankungen.
  • Botulinumtoxin A: Bei anhaltenden Beschwerden kann eine Injektion in die Blasenwand infrage kommen.
  • Nervenstimulation: Für geeignete Patientinnen können Verfahren wie die Tibialisnerv-Stimulation oder Neuromodulation eine Option sein.

Behandlung der Belastungsinkontinenz

Ein strukturiertes, möglichst angeleitetes Beckenbodentraining ist häufig die erste Behandlung. Auch Gewichtsreduktion bei Übergewicht und die Behandlung von chronischem Husten können sinnvoll sein. Ergänzende Verfahren werden individuell ausgewählt.

Wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichend helfen und die Beschwerden stark belasten, können operative Verfahren wie ein spannungsfreies Band unter der Harnröhre erwogen werden. Vor einer Operation besprechen wir Nutzen, Alternativen und mögliche Risiken ausführlich.

Wann ist eine rasche Abklärung wichtig?

Bitte melden Sie sich zeitnah bei sichtbarem Blut im Urin, Fieber, Schmerzen, wiederkehrenden Harnwegsinfekten, neu aufgetretenen neurologischen Beschwerden oder wenn Sie die Blase nicht mehr entleeren können.

Blasenbeschwerden abklären

Wir bestimmen die Form der Inkontinenz und erstellen einen individuellen Behandlungsplan.

Termin online buchen

← Zur Frauengesundheit

← Zurück zum Start
Terminonline buchen