Kontrollen von Nieren und Harnblase
Bei entsprechender medizinischer Fragestellung führen wir sonographische Kontrollen der Nieren und Harnblase sowie Urinuntersuchungen und eine mikroskopische Beurteilung des Urinsediments durch. Diese können beispielsweise Hinweise auf Harnstau, Steine, Restharn, Entzündungen oder Blut im Urin liefern.
Regelmäßige Kontrollen können bei bestehenden Erkrankungen oder auffälligen Vorbefunden sinnvoll sein. Für beschwerdefreie Frauen gibt es jedoch keine allgemeine Empfehlung für regelmäßige Ultraschall- oder Urintests zur Früherkennung von Nieren- oder Blasenkrebs. Nutzen, Grenzen und mögliche Kosten besprechen wir individuell.
BTA-Test und Blasentumor-Diagnostik
Der BTA-Test untersucht bestimmte Eiweißbestandteile im Urin. Er ist kein zuverlässiger alleiniger Nachweis oder Ausschluss eines Blasentumors und wird nicht als allgemeiner Früherkennungstest ab einem bestimmten Alter empfohlen. Auch gutartige Veränderungen können zu auffälligen Ergebnissen führen.
Ob ein ergänzender Urintest in Ihrer Situation sinnvoll ist, besprechen wir anhand der medizinischen Fragestellung. Bei Blut im Urin oder anderen verdächtigen Befunden ist eine gezielte urologische Abklärung erforderlich; ein Tumormarkertest ersetzt diese nicht.
Schleimhaut und Hormonmangel nach den Wechseljahren
Nach der Menopause kann ein Östrogenmangel die Scheidenschleimhaut verändern. Trockenheit, Brennen, Beschwerden beim Geschlechtsverkehr, Harndrang oder wiederkehrende Harnwegsinfekte können damit zusammenhängen.
Bei entsprechenden Beschwerden beurteilen wir die Schleimhaut im Rahmen einer behutsamen vaginalen Untersuchung. Je nach Befund beraten wir zu geeigneten Maßnahmen, beispielsweise einer lokalen Behandlung. Nicht jede Beschwerde ist hormonbedingt; andere Ursachen werden mit berücksichtigt.
Wiederkehrenden Harnwegsinfekten vorbeugen
Bei wiederkehrenden Infekten klären wir mögliche begünstigende Faktoren ab und beraten zu individuell passenden vorbeugenden Maßnahmen. Dazu können ein angepasstes Trinkverhalten, die Vermeidung persönlicher Auslöser und nach den Wechseljahren gegebenenfalls eine lokale Östrogenbehandlung gehören.
Auch über Immunprophylaxe, häufig als „Impfung gegen Blasenentzündungen“ bezeichnet, können wir beraten. Eignung, Nutzen, Grenzen und Kosten hängen vom Präparat und Ihrer Situation ab; ein sicherer Schutz vor weiteren Infekten ist nicht garantiert.
Inkontinenz und Senkungsbeschwerden
Bei ungewolltem Urinverlust, Druckgefühl oder Problemen beim Wasserlassen kann eine vaginale Untersuchung helfen, Senkungsveränderungen zu erkennen. Dazu gehören eine Zystozele (Senkung der Blase), eine Rektozele (Vorwölbung des Enddarms zur Scheide) oder ein Vaginaldeszensus (Scheidensenkung).
Wir besprechen die Befunde und geeignete Behandlungsmöglichkeiten, etwa Beckenbodentherapie oder weitere Maßnahmen. Bei Bedarf stimmen wir die Betreuung mit der Gynäkologie beziehungsweise einer spezialisierten Einrichtung ab.
Chlamydien-Screening und weitere STI-Diagnostik
Für sexuell aktive junge Frauen bis zum abgeschlossenen 25. Lebensjahr besteht einmal jährlich ein gesetzlicher Anspruch auf ein Chlamydien-Screening. Dieses erfolgt mit einer Urinprobe.
Bei wiederkehrenden Unterbauchschmerzen, Brennen, auffälligem Ausfluss oder einem entsprechenden Infektionsrisiko prüfen wir unabhängig vom Alter, ob gezielte Untersuchungen auf weitere sexuell übertragbare Infektionen sinnvoll sind. Je nach Fragestellung werden Urin, Abstriche oder Blut untersucht. Schmerzen allein bedeuten nicht, dass eine STI vorliegt.
Darmkrebs-Früherkennung
Frauen und Männer können ab 50 Jahren die gesetzlichen Angebote zur Darmkrebs-Früherkennung nutzen. Als Alternative zur Vorsorge-Darmspiegelung wird alle zwei Jahre ein immunologischer Stuhltest auf nicht sichtbares Blut angeboten. Ein auffälliger Test sollte durch eine Darmspiegelung abgeklärt werden.
Wir beraten Sie zur Einordnung dieses Angebots und zur Abstimmung mit Ihrer hausärztlichen oder gastroenterologischen Praxis.
Nieren und Blase in der Schwangerschaft
Bei Beschwerden oder bekannten Risiken kann eine urologische Kontrolle während der Schwangerschaft sinnvoll sein. Ultraschall und Urinuntersuchungen helfen beispielsweise bei der Abklärung von Harnstau, Schmerzen oder Infektverdacht. Die Betreuung erfolgt bei Bedarf in Abstimmung mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt.
Bei Fieber, Flankenschmerzen oder deutlichem Krankheitsgefühl sollte eine umgehende ärztliche Abklärung erfolgen.
Weiterführende Informationen
Gesetzliches Chlamydien-Screening · Darmkrebs-Früherkennung · Früherkennung von Blasen- und Nierenkrebs

